Farbräume verstehen und richtig anwenden

Farben sind immer und überall um uns herum. Wir beschäftigen uns täglich damit. Sie beeinflussen, wie wir uns fühlen, was wir tun und welche Entscheidungen wir treffen. Eine Wissenschaft für sich. Die richtigen Farbräume sind im Druck und auf Monitoren daher ein wichtiger Faktor, um eine möglichst gleiche Darstellung zu schaffen.

Wofür brauchst Du den richtigen Farbraum?

Du möchtest eine Marke aufbauen. Egal, ob für Dich selbst, für Dein Unternehmen oder ein Produkt. Und da kommt es wieder, das böse Wort: Wiedererkennungswert.

Jetzt wirst Du behaupten, Du nutzt doch immer dieselben Farben. Tust Du das wirklich? Du stellst sie ein, ja. Online stehen wir vor dem gigantischen Problem, dass jeder Monitor anders ist. Und damit auch die Farben überall anders wirken.

Im Druck solltest Du dieses Problem weniger haben. Doch auch da macht wenig viel aus.

Der größte Feind der neutralen Farbwiedergabe ist das Licht. Im Dunkeln sind alle Katzen grau. Aber im Licht?!


Was sind Farbräume eigentlich?

Auf dem Monitor entstehen Farben anders als im Druck. Man spricht von der additiven und der subtraktiven Farbmischung.

Additive Farbmischung

Die Farben auf Monitoren und Displays spielen sich alle im RGB-Farbraum (Rot, Gelb, Blau) ab. Dabei werden Farben hinzugefügt. Ein Monitor besteht sehr vereinfacht aus vielen kleinen rot, grün oder gelb leuchtenden Lämpchen. Bei den neueren Modellen ist es etwas komplizierter, aber der Effekt ist derselbe. Durch das Hinzufügen einer Farbe entsteht eine andere. Deswegen additive Farbmischung. Der RGB-Farbraum besteht aus 16,8 Millionen Farben und ist damit wesentlich größer als der CMYK-Farbraum.

Subtraktive ­Farbmischung

Auf allen anderen Oberflächen werden Farben geschluckt. Die Lichtstrahlen aus der Umgebung verschwinden in der Oberfläche und erzeugen so eine Farbwirkung. Dabei spielt die Farbe des Lichtes immer eine Rolle. Agenturen und Druckereien geben deswegen viel Geld für ihre Beleuchtung aus. Normlicht ist da die Regel. Es ist eine standardisierte Lichtquelle, die definierte Spezifikationen für die Farbwiedergabe und Lichtintensität erfüllt. Es wird häufig in der Druckindustrie verwendet, um sicherzustellen, dass Farben unter konsistenten Bedingungen betrachtet und beurteilt werden können.

Gedruckt wird im CMYK-Farbraum. Cyan, Magenta und Yellow beschreiben die Druckfarben und zusätzlich gibt es die Farbe „Key“. Key, weil man die Verwechslung von Blue und Black im Englischen umgehen wollte. Im Deutschen wird meist Schwarz oder Kontrast genutzt, um das K aufzulösen.


Was heißt das für Dich?

Wenn Du willst, dass Deine Farben richtig gedruckt werden, dann solltest Du Deine Farben nicht dem Zufall überlassen. Daten, die Du in RGB anlegst, werden auch gedruckt werden. Gar keine Frage, aber sie werden automatisch in CMYK umgerechnet. Da der RGB-Farbraum größer ist als der CMYK-Farbraum kommt es dabei manchmal zu unerwünschten Ergebnissen

Schwarz ist da ein schönes Beispiel. Da geht es gerne schief. 0/0/0 ist Schwarz im RGB-Raum. Das wird automatisch umgerechnet zu 86/85/75/100 in CMYK. Ergibt eine Farbsättigung von 346 %. Für die meisten Papiere entschieden zu viel. Schriften werden unlesbar, die Farben gehen durchs Papier durch und es ergibt kein neutrales Schwarz mehr. Richtig schwierig wird es mit kleinen Schriften und wenn die Maschine nicht 100 % passgenau druckt. Für große Schriften wählt man ein Tiefschwarz, z. B. 30/20/10/100.

Graustufen

Graustufen werden in der Regel farbstichig. Man hat kein neutrales Grau mehr, sondern erhält vornehmlich eher ein grünliches Grau. Wenn man größere graue Flächen und kleine Auflagen wählt, sollte man die Druckerei perfekt auswählen. Im Offset-Druck ist Grau größtenteils kein großes Problem. Im Digitaldruck werden Flächen aus einer Druckfarbe gerne streifig. Das gilt auch für reine Magenta-, Cyan- oder Yellow-Flächen. Da haben die Drucker ihre eigenen Tricks, um das zu verhindern. Einen generellen Trick gibt es nicht, weil es sehr maschinenabhängig ist.

Umrechnen

Die besseren Grafikprogramme ermöglichen alle, Farben automatisch von einem Farbraum in den anderen umzurechnen. Bei allen Schwarz- und Grautönen schaust Du dabei genauer hin und passt die Farbwerte noch mal an, damit sie im Druck auch neutral wirken. Um eine gleichmäßigere Wiedergabe Deiner anderen sich wiederholenden Farben im Druck zu erreichen, legst Du Werte fest, die Du dann immer wieder verwendest. Am besten sind es glatte Werte und keine 23,54 % zum Beispiel.

Farbprofile

Bei Bildern gibt es ähnliche Probleme, wie Du Dir vorstellen kannst. Hier werden die Farbprofile wichtig. Sie reduzieren den Farbauftrag automatisch entsprechend den Vorgaben für das jeweilige Papier. Für die meisten Papiere gibt Iso Coated V2, bzw. PSO Coated v3, eine hervorragende Ausgangsbasis. Das Gegenstück dazu für Zeitungspapier ist Iso Newspaper. Hier ist es immer schlau, genau hinzusehen, was bei der Umwandlung passiert. Bildbearbeitung für Zeitungspapier ist eine Wissenschaft für sich.

So weit, so verwirrend?

Zusammengefasst 

Du siehst also, Farbe ist nicht gleich Farbe (oder Rot ist nicht gleich rot) – um ein bestmögliches Farbergebnis zu erhalten, ist es wichtig, Deine Farben entsprechend anzupassen.

  • Druck=CMYK
  • Monitor, egal ob Web oder Präsentation oder … =RGB
  • Die Daten am besten von Anfang an für den einen oder den anderen Farbraum anlegen.
  • Mindestens bei der Umrechnung von Schwarz- und Grautönen aufpassen.

Ich hoffe, ich konnte ein bisschen Licht in Dunkle bringen. Schreib mich gerne an, wenn Du Fragen dazu hast oder kommentiere den Artikel, dann haben andere auch etwas von den Antworten.


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