Der Zufall, der alles veränderte
Ich war noch in der Ausbildung, als ich in diesen Teil meines Berufs hineingerutscht bin, für den es bis heute keine richtige Qualifikation gibt: die Reinzeichnung. Damals war die Ausbildung zur Mediengestalterin noch ganz neu. Es gab zwar einen Rahmenplan, aber eigentlich probierten alle noch herum und niemand wusste so recht, wie die Ausbildung wirklich aussehen sollte.
Ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten
In der Berufsschule trafen Welten aufeinander: ehemalige Schriftsetzer*innen, ein Lehrer für Kaufleute, der mit dem „kreativen Kram“ überfordert war, und eine Grafikerin, die hauptberuflich an der Düsseldorfer Pathologie arbeitete. Ihre Beispiele fanden wir spannend, schließlich zeigt Werbung nicht nur schöne Autos oder Lebensmittel, sondern manchmal auch Themen, die niemand sehen will.
Und dann war da noch der Geschäftsführer einer großen Agentur, der sich freiwillig als Lehrer meldete, weil schlicht Personal fehlte. Es war ein wilder, aber lehrreicher Mix.
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Mein Ausbildungsbetrieb: Lernen im echten Leben
Ich war die einzige Auszubildende in einer Werbeagentur mit großem Flachbildscanner, drei kreativen Chefs und einer Buchhalterin, die ihren Job eher als Hobby sah. Die Arbeit war intensiv, die Nächte lang. Bezahlt wurde das selten.
Aber: Ich durfte früh eigene Aufträge übernehmen. Und ich habe früh gelernt, was Verantwortung in der Praxis bedeutet.
Eines Tages sollten 400 Seiten eines Katalogs für einen bekannten Kamerahersteller in den Druck gehen. Durch ein Software-Update konnten beim Belichten plötzlich Umlaute verschwinden – eine Katastrophe in Vorbereitung.
Unsere Aufgabe: alles kontrollieren. Vier Filme pro Seite, 400 Seiten. Keine Traumaufgabe.
Heute wird eine Druckdatei einfach als PDF an die Druckerei geschickt. Damals – Ende der 1990er – wurden die fertigen Layoutdaten noch auf Filme übertragen („belichtet“).
Diese Filme waren transparente Folien, auf denen jede Druckfarbe einzeln abgebildet war: Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK). Erst von diesen Filmen wurden anschließend die Druckplatten hergestellt, mit denen die Maschinen liefen. Wenn auf einem Film ein Fehler war, erschien er auf Tausenden von gedruckten Exemplaren.
Die Kontrolle dieser Filme war also der letzte Moment, um Fehler zu entdecken, bevor viel Geld und Papier im Spiel waren.
Wir machten das Beste daraus. Laute Musik, Kaffee, Kekse. Während meine Kollegin nur kontrollierte, ob die Filme richtig belichtet waren, fielen mir andere Dinge auf: doppelte Leerzeichen, falsche Striche, Buchstabenvertauschungen.
Als ich meinem Chef die Fehler zeigte, wurde es still in der Firma. Am nächsten Tag durfte ich die Korrekturen übernehmen und von da an war klar: Detailgenauigkeit ist meine Superkraft.
So begann meine Liebe zur Reinzeichnung
Später durfte ich an der Reinzeichnung des Corporate Designs von Bosch Rexroth mitarbeiten. Ein riesiges Projekt, das vermutlich nie vollständig abgeschlossen wurde, aber mich endgültig geprägt hat.
Ich habe gelernt:
Gute Gestaltung endet nicht bei der Idee. Sie wird erst dann wertvoll, wenn sie funktioniert.
Warum Reinzeichnung kein „Abtippen“ ist
Reinzeichnung und Druckdatenerstellung werden von den „wahren Kreativen“ gern als Fleißarbeit abgetan. Und ja, Seitenweise Texte zu formatieren, ist nicht immer spannend.
Aber: Sobald es darum geht, Gestaltung, Drucktechnik, Farbmanagement, Corporate Design und Kund*innenwünsche zusammenzubringen, wird es hochkreativ.
Das ist wie Schach auf 5 Ebenen und genau da beginnt mein Spaß.
Reinzeichnung ist der letzte Schritt im Designprozess, bevor etwas gedruckt oder veröffentlicht wird.
Sie sorgt dafür, dass Farben, Schriften, Abstände und Formate exakt stimmen und aus einer schönen Idee ein professionelles Ergebnis wird. Mehr dazu erfährst Du hier: Was ist eine Reinzeichnung?

Wenn die Realität auf Kreativität trifft
Ich erinnere mich an eine große Düsseldorfer Agentur, die auf einer Messe zeigen wollte, dass sie die Produktion nicht braucht. Motto: „Wir machen das selbst.“
Ihr Messestand? Eine Strandbar mit Sand und Liegestühlen. Großartig auf dem Papier, aber am Ende buchstäblich im Sand verlaufen.
Das hat mir gezeigt:
Gute Ideen brauchen gute Umsetzung.
Wahre Kreativität beginnt dann, wenn aus dem Luftschloss ein echtes Haus wird.

Warum ich heute tue, was ich tue
Reinzeichnung ist für mich kein notwendiges Übel, sondern die Brücke zwischen Vision und Realität. Ich liebe es, wenn Gestaltung funktioniert: auf Papier, auf Plakaten, auf Verpackungen. Wenn Farben stimmen, Linien scharf sind und alles zusammen ein professionelles Ganzes ergibt.
Das ist mein Handwerk. Und meine Leidenschaft.
Fazit
Ich helfe Unternehmerinnen, Gestalterinnen und Selbstständigen, ihre Ideen sichtbar und druckreif zu machen.
Denn ein starkes Design beginnt mit Kreativität und endet mit Präzision.
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