Corona – Was darf gehen (und bleiben)

Corona – Was darf gehen (und bleiben)

Nach mehr als zehn Wochen Kontaktbeschränkungen dank Corona wird es Zeit Bilanz zu ziehen. Auf Facebook habe ich das täglich getan. Die Posts werde ich Stück für Stück in meinen Blog übertragen.

Neben dem Leben mit Kindern, Mann und Selbstständigkeit gibt es ja auch noch ein gesellschaftliches Leben. Es gibt noch viel mehr, als nur unsere kleine „Kernfamilie“.

Meine persönliche Liste, der Dinge, die nach der Corona-Krise gerne wieder gehen dürfen:

  1. Die Kontaktsperren.
    Ich vermisse meine Familie und meine Freunde. Mir fehlt es, sie in den Arm zu nehmen und unbekümmert gemeinsam lachen zu können.
  2. Der Maskenball.
    Es gibt Ländern, in denen ist es seit der spanischen Grippe üblich, mit Mund-Nasen-Schutz durch die Gegend zu laufen. Mir fehlt es den Menschen ins Gesicht sehen zu können. Zu wissen, ob sie gerade gut oder schlecht drauf sind. Und, durch die Masken versteht man andere viele schlechter und wird auch selbst schlechter verstanden.
  3. Die fehlende Kinderbetreuung.
    Für uns wohl die einschneidenste Folge der Beschränkungen. Von heute auf morgen und ohne echte Vorbereitungszeit hatten wir beide Kinder den ganzen Tag Zuhause. Ich gebe zu, wir haben es geahnt und uns und auch die Kinder schon vorher darauf vorbereitet, getroffen hat es uns dennoch. Vollzeitanstellung, Selbstständigkeit, Haushalt und zwei Kleinkinder unter einen Hut zubringen ist Stress pur. https://hilkebarenthien.de/coronaelternrechnenab/
  4. Die fehlenden anderen Kinder.
    Unsere Kinder waren früher in der Betreuung, als wir wollten. Das hatte einen guten Grund: Wir haben als Eltern erkannt, dass wir zu wenig sind. Unsere Kinder haben früh nach anderen Kindern geguckt. Zuhause mit uns waren sie oft unzufrieden, unruhig und nicht ausgelastet. Genau das hat sich jetzt auch wieder gezeigt.
  5. Die Verkrampftheit.
    Im Moment ist alles gefühlt kompliziert. Mal eben einkaufen zum Beispiel: mit Maske, am besten sehr selten und ohne die Kinder. Außerdem habe ich immer das Gefühl einen Eiertanz zu veranstalten. Habe ich irgendwelche Vorschriften vergessen? Komme ich anderen zu nah? Darf ich eine Freundin jetzt in den Arm nehmen? Was sagt die Mutter, wenn ich ihrem gefallenem und heulendem Kind helfe? Halt ich einer älteren Dame die Türe auf, auch wenn ich ihr dann zu nahe komme? …

Meine persönliche Liste, der Dinge, die nach der Corona-Krise gerne bleiben dürfen:

  1. Die Abstände im Supermarkt.
    Diese lustigen Streifen auf dem Fußboden sind ein Segen. Endlich tanzt mal niemand in meinem persönlichen Vorgarten und endlich fährt mir keiner mit dem Einkaufswagen rein.
  2. Die Ruhe.
    Es ist mir nie aufgefallen, wie viel Lärm eigentlich immer um uns herum ist. Stattdessen fällt mir jetzt die Ruhe auf. Weniger Autos, fast keine Flugzeuge und das ewige Grundrauschen fehlt auch.
  3. Die klare Luft.
    Inzwischen habe ich schon von einigen Allergikern gehört, dass sie dieses Jahr viel weniger Probleme haben. Und mir kommt es auch so vor, als ob der Himmel viel blauer wäre, die Luft klarer und die Sicht besser.
  4. Die gemeinsame Zeit.
    Für mich war es die Elternzeit, die ich nie so richtig hatte. Ich war schon lange vor den Kindern selbstständig und habe immer (allerdings eine ganze Zeit lang weniger) gearbeitet. Das habe ich auch jetzt getan. Oder, naja, zumindest versucht. Jetzt sind sie größer, man kann viel mehr unternehmen und die Zeit neben der Arbeit viel sinnvoller gemeinsam nutzen. Auch ohne Zoo, Schwimmbad, Spielplatz und Co.
  5. Das Fahrrad.
    Wir waren Anfang März zum letzten Mal tanken. Beide Autos einmal voll. Und nun stehen sie rum. Außer zum Einkaufen oder um uns abholen zu lassen, wenn wir mal wieder zu weit in den Wald oder die Heide vorgedrungen waren, haben wir die Autos quasi nicht genutzt. Stattdessen hat die Kleine Fahrradfahren gelernt und wir waren fast nur damit unterwegs.
  6. Die Wocheneinkäufe.
    Vielleicht liegt es an den Masken – ich weiß es nicht – Einkaufen macht mir so gar keinen Spaß mehr. Einmal in der Woche zum Bäcker und in den Supermarkt muss reichen. Ein schneller gezielter Beutezug, der kaum länger als eine Stunde dauert und fertig. Dazu haben wir eh eine Biokiste, die uns mit frischem Obst und Gemüse versorgt.
  7. Das Homeoffice.
    Mache ich eh und mein Mann zwei Tage in der Woche. Jetzt haben wir es beide die ganze Zeit gemacht und es funktioniert ganz gut. Mit klaren Regeln und getrennten Büros kann ich mir das auch für die Zukunft vorstellen.
  8. Die Nachbarn.
    Da lernt man völlig neue Menschen kennen. Wir dachten immer, der einzige Nachteil unserer großartigen Nachbarschaft wäre, dass die Kinder alle älter sind. Denkste. Sie sind nur sonst auch den ganzen Tag im Kindergarten oder in der Schule. Plötzlich waren sie vermehrt draußen und treffen sich nun begeistert auf dem Spielplatz.
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