In Einblicke & Ausblicke

Zwischen den Jahren saßen Marco und ich im Schatzi-Café und dachten offenbar beide dasselbe. Das letzte Jahr war komplett anders gelaufen als erwartet.

Ein paar Tage zuvor hatte ich mich an die Jahresplanung für 2026 gemacht – und wie immer dabei auch die Planung von 2025 noch einmal durchgesehen. Das erste Quartal passte. Ich hatte brav jede Woche einen Blogartikel geschrieben, die Umsatz- und Gewinnzahlen stimmten, es lief alles leicht chaotisch, wie immer eben.

Und dann passierte das, was für uns beide alles durcheinandergebracht hat: die Listenaufstellung für die Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen 2025.

Aber von vorne

Hilke Barenthien Januar 2025

Das Jahr begann sehr strukturiert. Ich hatte mir vorgenommen, die Dinge geplanter anzugehen und weniger „schnell mal eben“ zu machen. Das funktionierte überraschend gut. Obwohl Disziplin und Struktur mich eigentlich schnell langweilen.

Im Januar haben wir das Programmheft des Deutschen Evangelischen Kirchentags fertiggestellt. Viel früher als sonst, weil die Veranstaltung sechs Wochen früher stattfand als üblich. Das Programm war im Druck, und ich habe es gefeiert. Auch wenn ich dabei längst Routine habe und wir ein eingespieltes Team sind, ist es doch jedes Mal wieder ein großes Projekt, das viel Wissen, Zeit und Energie fordert.

Ich blieb konsequent. Ich schrieb jede Woche einen Blogartikel, räumte den Server auf, behielt Mails und Zahlen im Blick und schaffte es, diese Struktur beizubehalten.

Ein erster Schritt in die Politik

Februar 2025 Bundestagswahlkampf

Am zweiten Samstag im Monat gibt es bei den Solinger Grünen immer ein Kennenlernfrühstück für Neumitglieder und Interessierte. Mitglied war ich seit Heiligabend 2024 offiziell. Irgendwann während des weihnachtlichen Familienessens kam die Mail mit der Aufnahmebestätigung. Daran erinnere ich mich so genau, weil ich kurz überlegte, es in der Runde laut zu erzählen und dann keine Lust hatte, mir die Freude darüber wegdiskutieren zu lassen.

Nun lag also die Einladung zu diesem Frühstück in meinem Mail-Eingang, und sie starrte mich förmlich an. „Du kennst da niemanden.“ „Was ist, wenn du dich mit deiner Ahnungslosigkeit blamierst?“ „Was willst du da eigentlich?“ Solche und ähnliche Fragen geisterten mir durch den Kopf. Gleichzeitig war da aber auch das Wissen, warum ich in eine Partei eingetreten war: weil ich etwas verändern will. Weil ich gemerkt habe, dass Ehrenamt im Kleinen, Demos und Spenden mir nicht mehr reichen.

Das kleine Teufelchen auf meiner Schulter zog schließlich geknickt den Schwanz ein und trollte sich. Ich ging zu diesem Frühstück und fragte mich dort ziemlich schnell, warum ich mir zuvor so dämliche Gedanken gemacht hatte. Es war ein bisschen wie nach Hause kommen.

Es war der erste Samstag des Bundestagswahlkampfs. Einer der Anwesenden erzählte, dass er von dort aus nach Ohligs aufbrechen wollte, um am Wahlkampfstand zu stehen. Kurz meldete sich das Teufelchen noch einmal zu Wort und wurde erneut abgebügelt. Ich war in die Partei eingetreten, um etwas zu bewegen, und das war meine Gelegenheit, den ersten Schritt zu tun. Wenig später fand ich mich in Ohligs wieder: Flyer verteilend, Werbung für die Grünen machend.

Alltag trifft Entscheidung

Kurz darauf brach sich mein Mann den Fuß, und meine hübsch durchdachte Struktur geriet ins Wanken. Plötzlich musste alles neu organisiert werden. Er durfte den Fuß nicht belasten, wir hatten zwei Kinder, einen Haushalt und ich meine Selbstständigkeit. Nichts davon war dramatisch, und doch bedeutete es Umplanen, Neujustieren und sehr viel Organisation.

Ein neues Zuhause

Brötchen verteilen am Hauptbahnhof währendes Bundestagswahlkampfes 2025

Ich hatte das Gefühl, ein neues Zuhause gefunden zu haben. Einen Ort, an dem es Menschen gibt, die dasselbe wollen wie ich. Die habe ich zu Hause auch, keine Frage aber es sind eben weniger, und tiefe, fundierte politische Diskussionen lassen sich dort eher selten in diesem Maße führen.

Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, alles nebeneinander unterbringen zu können. Auch wenn es nicht immer ganz ausgeglichen sein würde, glaubte ich, Familie, Selbstständigkeit und Politik in ein gutes Gleichgewicht bringen zu können.

Politik ist ein anspruchsvoller Geliebter

Rückblickend habe ich das ein wenig unterschätzt. Politik ist ein anspruchsvoller Geliebter. Sie fragt nicht, ob gerade Zeit und Ruhe da sind, sondern fordert Aufmerksamkeit und Haltung auch zu ungünstigen Zeiten.

Der Bundestagswahlkampf kam und ging. Nachdem ich sechs Wochen lang fast jeden Samstag in der Fußgängerzone Flyer verteilt hatte, hatte ich das Gefühl, das Ergebnis könne eigentlich gar nicht so schlimm werden. Ich hatte mich geirrt. Der Mann von Charlotte Merz hatte die Wahl für sich entschieden. Unser Land würde die nächsten vier Jahre von einer CDU-geführten Regierung mit der SPD als Koalitionspartner regiert werden.

Die Frage nach Verantwortung

Aber in Nordrhein-Westfalen standen die Kommunalwahlen an. Und damit die Frage, wer sich zur Wahl stellen würde.

Es begann mit einer vorsichtigen Nachricht meiner Vorgängerin. Ob ich mir grundsätzlich vorstellen könne, mich aufstellen zu lassen und ihre Nachfolge anzutreten. Eine einfache Frage, ohne viele Informationen und ohne Druck. Aber mit dem Angebot, einfach mal zu reden.

Beim Stammtisch erzählte sie Marie, mir und anderen ein wenig mehr dazu. Wir sprachen über Verantwortung, über Zeit, über das, was es braucht. Und ich hörte vor allem zu.

Ich hörte mich selbst „ja“ sagen

Dann kam der Kirchentag. Tage voller Termine, Gespräche, Eindrücke. Als ich am Montag zurückkam, war ich müde, übernächtigt, irgendwie noch nicht ganz wieder da.

Am Abend war Mitgliederversammlung in unserem Bezirk. Es ging um die Listenaufstellung. Um die Frage, wer welchen Platz einnehmen würde.

Als es um den ersten Platz ging, wechselten wir unsichere Blicke.

Ich schluckte und hörte plötzlich mich selbst „ja“ sagen.

Am Ende des Abends war klar: Ich kandidiere auf Platz 1, Marco und jemand anderes auf Platz 2, Marie auf Platz 3. Unsere Liste umfasste am Ende zwölf Plätze. Klar war aber auch, dass zuletzt drei Grüne in der Bezirksvertretung vertreten waren – und dass genau das wieder unser Ziel war. Die weiteren Plätze waren als Absicherung gedacht, falls jemand sein Mandat aus welchen Gründen auch immer zurückgeben müsste.

Wieder tanzte das kleine Teufelchen wild in meinem Kopf herum und machte Party. „Du hasst es, vor vielen fremden Menschen zu reden.“ „Du bist viel zu leise.“ „Das bekommst du nie hin.“ „Die anderen haben viel mehr Ahnung als du.“

Die Mitgliederversammlung zur Aufstellung für die Bezirksvertretung fiel ausgerechnet auf den Tag, an dem meine Eltern ihren Geburtstag groß feiern wollten und wir bei uns zu Hause viele Übernachtungsgäste hatten. Meine Rede vor allen fiel also leider aus. 1:0 für das Teufelchen.

Ich machte stattdessen ein Video und probte meine Rede unzählige Male vor dem Computer, bis ich halbwegs zufrieden war. Offenbar war dieser Auftritt ziemlich überzeugend. Unentschieden zwischen dem Teufelchen und mir.

Am Ende des Tages stand die Liste. Die Kampfkandidatur um Platz 2 entfiel, weil der andere Kandidat zurückgezogen hatte und wir konnten in den Wahlkampf starten.

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Wahlkampfmodus

Keine Zeit mich zu fragen, ob ich komplett irre geworden bin. Mir bewusst zu machen, was diese Kandidatur eigentlich bedeutete und ob ich mein Bild an Laternen hängen sehen möchte. Wir brauchten einen Flyer, Plakate und alles andere und das möglichst sofort. Durch den vorgezogenen Bundestagswahlkampf waren wir für vieles eigentlich viel zu spät dran.

Unser kleines Dreierteam wurde von unseren Vorgängern und von vielen anderen Mitgliedern im Bezirk getragen und unterstützt. Da war unglaublich viel Wohlwollen, Erfahrung und praktische Hilfe, die uns aufgefangen hat.

Ich selbst war anfangs noch sehr unentschlossen, wen von den beiden Kandidaten für Platz 2 ich bevorzugen würde. Umso dankbarer war ich schnell für den Rückzug des anderen. Und für Marco an dieser Stelle. Eine Konstellation, die sich sehr schnell als Glücksfall erwiesen hat.

Sommer, Kampagne, Improvisation

Dann kamen die Sommerferien und mit ihnen die volle Kombination aus Politik und meiner Arbeit. Auf Basis der Kampagne, die der Landesverband für die Kommunalwahl entwickelt hatte, habe ich die komplette Kampagne für Solingen umgesetzt.

Die Bilder dafür haben zwei Fotografinnen gemacht, die ich an dieser Stelle unbedingt noch verlinken möchte (Kathrinfotografiert und Farbhase), weil wir – das sage ich mit voller Überzeugung – die besten Fotos von allen Parteien hatten.

All das geschah während unseres Sommerurlaubs in Dänemark. Das war für alle ein bisschen herausfordernd. Vor allem für mein Datenvolumen.

Natürlich lief dabei nicht alles perfekt. Ein paar Kleinigkeiten gingen schief: Störer landeten auf Plakaten an der falschen Stelle zum Beispiel. Und an manchen Punkten fehlte es schlicht an Erfahrung. Etwas, das mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst war. Hätte ich das früher erkannt, hätte ich versucht, es auszugleichen.

Ich habe viel improvisiert und noch mehr gelernt.

Jetzt geht es richtig los

Wind im Sommer 2025

Der Wahlkampf begann eigentlich erst jetzt. Die ersten beiden Samstage fielen noch in unseren Urlaub. Die Plakate wurden ohne mich aufgehängt.

Es war ungewohnt. Nicht dabei zu sein, Dinge aus der Ferne zu begleiten und zu merken, dass Entscheidungen getroffen werden, während ich nicht vor Ort bin. Gleichzeitig hatte ich Vertrauen in die Menschen, die das übernommen haben, und die einfach auch viel mehr Erfahrung hatten.

Als ich zurückkam, war der Ton gesetzt. Die Kampagne war sichtbar, wir waren draußen, ansprechbar, präsent. Ab da gab es kein Wochenende ohne Termine. Fußgängerzone, Gespräche, kurze Begegnungen, lange Diskussionen. Viel Zuhören, viel Erklären, manchmal Überzeugungsarbeit, manchmal einfach nur Dasein.

Der Wahlkampf hatte jetzt wirklich begonnen und er würde den Alltag für die kommenden Wochen spürbar bestimmen.

Begegnungen

Während des Wahlkampfs gab es viele spannende Begegnungen. Ricarda Lang war da. Die Grüne Jugend hat einen 30-Stunden-Stand in Ohligs gemacht. Ein voller Erfolg.

Wir trafen auf Menschen, die lange diskutieren wollten. Uns wurden kontroverse Meinungen an den Kopf geworfen, Zustimmung ebenso wie Ablehnung. Wir waren bei mehreren Podiumsdiskussionen zwischen den Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters.

Der Wahlkampf war körperlich und mental anstrengend. Zwischendurch fielen Menschen aus gesundheitlichen Gründen für eine oder auch zwei Wochen aus. Aber jedes Mal kam sofort Unterstützung von anderen. Niemand blieb allein zurück, Aufgaben wurden aufgefangen, Lücken geschlossen. Der Wahlkampf war fordernd, aber er war getragen.

Der Wahltag

Der Wahltag selbst war seltsam still und gleichzeitig voller Spannung. Viel Warten, wenig Tun. Nachrichten auf dem Handy, kurze Gespräche, immer wieder derselbe Gedanke: Jetzt liegt es nicht mehr bei uns.

Wir hatten alles gegeben, was möglich war. Gespräche geführt, Präsenz gezeigt, diskutiert, erklärt, ausgehalten. Und trotzdem ließ sich an diesem Tag nichts mehr beeinflussen. Das auszuhalten fiel mir schwerer als die Wochen zuvor im Wahlkampf.

Am Abend trafen wir uns in der Cobra, verfolgten die Ergebnisse, schwankten zwischen Hoffnung und Ernüchterung, zwischen Anspannung und Erleichterung. Zahlen kamen rein, änderten sich, wurden neu eingeordnet. Es war ein Wechselbad aus Gefühlen, das kaum Raum ließ für klare Gedanken.

Erst später, als der Trubel nachließ, wurde langsam greifbar, was dieser Tag bedeutete. Nicht nur in Mandaten und Prozenten, sondern in dem Wissen, dass all die Energie, all die Gespräche, all die Zeit nun einen neuen Zustand erreicht hatten. Einen Punkt, von dem aus es weitergehen würde. Egal wie genau das Ergebnis am Ende aussah.

Extrem knapp

Am Ende des Tages war klar, dass wir es geschafft hatten. Aber extrem knapp nur zu zweit in die Bezirksvertretung einziehen würden.

Aus dem Dreierteam wurde in der Öffentlichkeit ein Zweierteam.

Danach

Eine echte Pause gab es danach nicht. Das Wahlergebnis wurde hoch und runter diskutiert. Es folgten Analysen, Einordnungen, Erklärungsversuche. Warum war es so gekommen, wie es gekommen war? Warum hatte die AfD so viele Stimmen gewonnen, obwohl sie im Wahlkampf kaum sichtbar gewesen war? Sie hatten einen Oberbürgermeisterkandidaten, den niemand gesehen hatte, der auf keinem Podium aufgetaucht war und trotzdem reichte es für ein erschreckend starkes Ergebnis.

Parallel dazu konstituierte sich die Ratsfraktion. Wir führten Gespräche mit den anderen Parteien, loteten Möglichkeiten aus, versuchten, uns in dieser neuen Realität zu orientieren.

In dieser Zeit lernten wir auch das Schatzi-Café kennen. Eigentlich heißt es Café Black. Es gibt dort ziemlich guten Kaffee, und der Besitzer nennt einfach jede und jeden „Schatzi“. Ein kleiner Ort zwischen Gesprächen, Verhandlungen und politischer Realität. Einer von denen, an denen man kurz durchatmen kann, ohne dass die Themen gleich verschwinden.

Arbeit zu zweit

Die Arbeit zu zweit begann nicht mit einem großen Knall, sondern mit Situationen, auf die wir nicht vorbereitet gewesen waren. Nicht, weil etwas schiefgelaufen wäre, sondern weil unterschiedliche Erwartungen aufeinandertrafen.

Ein gemeinsamer Ausflug ins Europäische Parlament nach Brüssel bot eine gute Gelegenheit, miteinander unterwegs zu sein, Gespräche zu führen und den Blick über den kommunalen Tellerrand hinaus zu richten. Gleichzeitig wurde dort erstmals spürbar, dass es von außen bestimmte Vorstellungen davon gab, wie unsere Zusammenarbeit aussehen sollte.

Marco und ich hatten für uns früh geklärt, wie wir Aufgaben, Rollen und Verantwortlichkeiten verteilen wollten. Für uns war das logisch und stimmig. Offenbar galt das nicht für alle Beteiligten.

Im Raum standen unausgesprochene Erwartungen, die sich eher an klassischen Rollenbildern bei den Grünen orientierten als an unserer konkreten Situation. Bestimmte Funktionen schienen gedanklich bereits vergeben, andere Kombinationen wurden offenbar nicht mitgedacht. In einzelnen Gesprächen entstanden so Annahmen über unterschiedliche oder sogar gegensätzliche Vorstellungen, die es so bei uns gar nicht gab.

Ein Gespräch unter uns machte schnell deutlich, dass wir schlicht von anderen Voraussetzungen ausgegangen waren als manche in unserem Umfeld. Für uns ergab sich daraus eine sinnvolle Aufgabenteilung, die sowohl berufliche Rahmenbedingungen als auch persönliche Belastbarkeit berücksichtigte.

Dass diese Perspektive nicht von allen geteilt wurde, erklärte im Nachhinein vieles von dem, was zuvor unausgesprochen geblieben war.

Bezirksbürgermeister und seine Stellvertretenden von Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid

Leise Bestätigung

Es folgten Kennenlerngespräche mit den anderen Parteien. Ohne dass wir dazu etwas gesagt oder eingefordert hätten, wurde mir die Position der zweiten stellvertretenden Bezirksbürgermeisterin angeboten.

Unser Plan ging auf. Fast ein bisschen zu einfach.

Parallel weiter

Neben all diesen politischen Ereignissen ging meine Arbeit weiter.

Projekte liefen, Kundinnen und Kunden hatten Fragen, Abgaben mussten eingehalten werden. Zwischen Sitzungen, Gesprächen und Terminen war ich weiterhin selbstständig – mit all dem, was dazugehört: Verantwortung, Organisation, Entscheidungen. Es war kein Entweder-oder, sondern ein dauerhaftes Nebeneinander. Politik im Vordergrund, Arbeit im Hintergrund und oft genug beides gleichzeitig.

In dieser Zeit habe ich auch mein neues Logo-Angebot auf den Weg gebracht. Es wurde überraschend gut angenommen. Offenbar hatte ich damit einen Nerv getroffen bei Menschen, die Klarheit suchten, Verlässlichkeit, eine saubere Grundlage für ihren Auftritt. Das war ein leiser, aber sehr bestärkender Moment: zu merken, dass meine Arbeit trägt, auch dann, wenn meine Aufmerksamkeit an vielen Stellen gleichzeitig gefordert ist.

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Jahresendspurt

Ende November kam mit dem Katholikentag direkt das nächste große Projekt dazu: ein weiteres Programmheft. Der Dezember wurde entsprechend stressig, und ich war sehr dankbar für all die Menschen in meinem Umfeld, die mich unterstützt haben und einfach da waren.

Von Routine konnte zu diesem Zeitpunkt keine Rede mehr sein. Dafür kam zu viel, zu oft und zu spontan. Es war eher ein Modus des Durchhaltens als ein strukturierter Alltag. Reines Überleben, das aber trotzdem erstaunlich viel Spaß gemacht hat.

Getragen werden

Besonders dankbar bin ich für die Weihnachtsfeier der Mompreneurs*, die mich durch das ganze Jahr getragen haben. Und für die Stadtteilfeier der Grünen in Ohligs, auf der etwas passiert ist, das ich vorher nur aus diesem Kreis kannte: Es wurde angeregt diskutiert, mit unterschiedlichen Meinungen, aber in einer so angenehmen und wertschätzenden Atmosphäre, dass Moderation plötzlich überflüssig war.

Was mich getragen hat

Was mich durch dieses Jahr getragen hat, waren vor allem Menschen. Menschen, die zugehört haben, mitgedacht, mitangepackt oder einfach still mitgegangen sind. Menschen, bei denen ich nicht erklären musste, warum etwas gerade schwer ist oder warum es mir trotzdem wichtig bleibt.

Getragen haben mich Gespräche, in denen nicht alles sofort gelöst werden musste. Verlässlichkeit, auch wenn Pläne sich ständig änderten. Humor, wenn die Luft dünn wurde. Und das Wissen, nicht allein zu sein, selbst dann, wenn Entscheidungen am Ende bei mir lagen.

Mich hat auch getragen, dass ich mir erlaubt habe, nicht alles perfekt zu machen. Dinge auszuprobieren, Verantwortung zu übernehmen, ohne vorher jede Unsicherheit ausgeräumt zu haben. Ich habe gelernt, dass Klarheit nicht immer vor dem ersten Schritt kommt – manchmal entsteht sie erst unterwegs.

Und getragen hat mich die Erfahrung, dass Haltung verbindet. Dass sich Menschen finden, wenn sie ähnliche Werte teilen. In der Politik, in meiner Arbeit, in meinem Umfeld. Dieses Gefühl von Zugehörigkeit war kein lautes, kein selbstverständliches aber ein sehr verlässliches.

Was mich Kraft gekostet hat

Kraft gekostet hat mich vor allem das Dauerhafte. Nicht die einzelnen Termine, nicht der eine große Moment, sondern die Tatsache, dass kaum etwas wirklich aufgehört hat. Kaum eine Phase, in der Dinge abgeschlossen waren, bevor das Nächste begann.

Anstrengend war das ständige Umschalten: von konzentrierter Arbeit zu politischer Auseinandersetzung, von Diskussionen zu Entscheidungen, von Öffentlichkeit zurück in den Alltag. Immer wieder neu präsent zu sein, Haltung zu zeigen, ansprechbar zu bleiben auch dann, wenn die eigenen Ressourcen eigentlich schon aufgebraucht waren.

Kraft gekostet hat mich auch, Erwartungen auszuhalten. Eigene und fremde. Zuschreibungen, die nicht immer ausgesprochen wurden, aber trotzdem im Raum standen. Und die Verantwortung, Dinge nicht nur mitzudenken, sondern sie am Ende auch zu tragen.

Und ja, es gab Momente, in denen ich mich gefragt habe, ob ich mir zu viel zugemutet habe. Nicht aus Zweifel an der Sache, sondern aus ganz schlichter Erschöpfung. Das anzuerkennen, ohne es gleich als Scheitern zu lesen, war vielleicht eine der schwierigsten Aufgaben dieses Jahres.

Was ich loslasse

Ich lasse die Vorstellung los, dass sich alles sauber planen lässt. 2025 hat mir sehr deutlich gezeigt, dass Kontrolle eine trügerische Sicherheit ist – und dass Flexibilität oft mehr trägt als jeder noch so durchdachte Plan.

Ich lasse den Anspruch los, allem gleichzeitig gerecht werden zu müssen. Nicht jeder Rolle, nicht jeder Erwartung, nicht jeder Idee. Es ist in Ordnung, Schwerpunkte zu setzen und anderes bewusst liegen zu lassen.

Ich lasse auch die Angst los, nicht genug zu sein: nicht laut genug, nicht schnell genug, nicht erfahren genug. Dieses Jahr hat mir gezeigt, dass Wirkung nicht aus Lautstärke entsteht, sondern aus Klarheit, Haltung und Verlässlichkeit.

Und ich lasse den Gedanken los, dass Engagement immer leicht sein muss, um richtig zu sein. Manche Dinge sind anstrengend, gerade weil sie wichtig sind. Das macht sie nicht falsch, nur fordernd.

Ausblick auf 2026

2026 steht schon in den Startlöchern. Mit dem Katholikentag wartet erneut ein großes Projekt, das viel Struktur, Konzentration und Erfahrung verlangt. Dinge, von denen ich inzwischen weiß, dass ich sie habe.

Mein Logo-Angebot möchte ich weiter verbreiten. Nicht, um größer zu werden um jeden Preis, sondern um genau die Menschen zu erreichen, für die es gedacht ist. Klarheit schaffen, Grundlagen legen, Dinge ordentlich aufsetzen – das bleibt ein roter Faden.

Dazu kommen Affinity-Kurse, Wissen teilen, andere befähigen, selbst sicherer mit Gestaltung und Druck umzugehen. Auch das fühlt sich nach einem nächsten, sehr stimmigen Schritt an.

In der Bezirksvertretung wird die Arbeit weitergehen. Sachlich, verbindlich, mit Haltung. Nicht alles wird sich planen lassen, und nicht alles liegt in meiner Hand aber ich weiß inzwischen, dass ich damit umgehen kann.

Und dann ist da noch der Rest. Das, was sich nicht ankündigt, nicht eintragen lässt, nicht strategisch vorbereiten will. 2025 hat mir gezeigt, dass genau darin oft das Entscheidende steckt. Also schaue ich auf 2026 mit Respekt, Neugier und der Gelassenheit zu sagen: Mal sehen, was kommt.

2025 war ein Jahr, das komplett anders gelaufen ist als gedacht. Eines, das mich wachsen ließ und in dem ich viel über mich selbst gelernt habe.


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