Pantone – Die Idee der gleichen Farben

Es ist kaum möglich, auf dem Monitor und im Druck die gleichen Farben darzustellen. Der Farbraum am Monitor ist größer und die Oberfläche des Bedruckstoffes – sei es nun Papier oder irgendwas anderes – trägt ihren Teil dazu bei. Wenn Du mehr dazu wissen möchtest, lese gerne nochmal meinen Blogartikel dazu (https://hilkebarenthien.de/sonderfarben). Außerdem sind die wenigsten Monitore eingemessen. Sie können also Farben gar nicht korrekt darstellen.

PMS – Pantone-Matching-System

Im Druck gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Farben gleich darzustellen. Eine davon sind die Pantone-Farben. Pantone ist eine Firma mit Sitz in den USA, die eigentlich mal Farbkarten für die Kosmetik- und Modebranche hergestellt hat. 1963 brachte sie PMS (nein, nicht Pre-Menstruales-Syndrom) – das Pantone-Matching-System – auf den Markt. Verschiedene Farbhersteller und Softwareentwickler nahmen das System auf und machten so aus dem kleinen Familienunternehmen einen großen Spieler in der Farbbranche. 2007 kaufte X-Rite (Hersteller für Farbmesstechnik) Pantone für 180 Millionen Dollar auf.

PMS basiert auf 18 Grundfarben, die zu 1867 Sonderfarben zusammengemischt werden können. Die meisten dieser Farben lassen sich so nicht im Vierfarbdruck erzeugen. Mit Hilfe von Farbfächern sucht man sich die richtige Farbe und das „Rezept“ aus und mischt sie sich aus den 18 Grundfarben zusammen.

Die Farbsysteme

Inzwischen gibt es drei verschiedene Farbsysteme – die Kernfarben, die Pastell- und Neonfarben und die Metallicfarben. Gerade die Neon- und Metallicfarben machen die Pantone-Farben interessant. Diese lassen sich am Monitor nur sehr schwer darstellen und sind im Vierfarbdruck auch kaum zu erzeugen.

Die Farbmischungen hängen vom Bedruckstoff ab. Dabei geht es Pantone sehr um die Farbwirkung. Die exakt gleiche Farbe wirkt auf einem anderen Untergrund schlicht anders. Also gibt es verschiedene Farbzusammensetzungen für unterschiedliche Materialien. Pantone C (coated) für gestrichene Papiere und Pantone U (uncoated) für ungestrichene Papiere.

Um mit einem gestrichenen und einem ungestrichenen Papier die gleiche Farbwirkung zu erhalten, musst Du also die gleiche Farbnummer aus der U- und der C-Skala nehmen. Klingt kompliziert? Ist es eigentlich nicht, wenn man weiß, auf welchem Papier man drucken will. Dazu befrage am besten den Drucker Deines Vertrauens. Er wird Dir sagen, aus welcher Skala Du die Farbe nehmen sollst. Oder – wenn es keine Online-Druckerei ist – Deine Datei richtig umwandeln.

Kosten-Nutzen-Rechnung

Es kann Dir allerdings auch passieren – und das ist eine der großen Kritiken an diesem System – dass Deine Auflage so klein ist, dass sich die Farben nicht mischen lassen. Bei 18 Grundfarben braucht man für einige Farben bei einer kleinen Druckauflage so wenige „Zutaten“, dass der beste Drucker es nicht richtig gemischt bekommt. Dann hilft es, einfach auf den guten alten Vierfarbdruck zu gehen. Dabei werden die Farben zwar nicht ganz richtig dargestellt, doch es wird zumindest nicht unendlich teuer. Online-Druckereien bieten solche Kosten-Nutzen-kritischen Auflagen meist gar nicht erst an. Offline-Druckereien sagen da was zu, und wenn Du es wirklich willst, machen sie Dir auch einen Preis.

Du siehst, mit Farben und richtiger Datenanlage lässt sich viel machen. Sprich mich gerne an, wenn Du Fragen dazu hast oder Hilfe brauchst.

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