Logo, was ist das?

Völlig klar, das ist ein „Zeichen“, welches große Firmen und Marken haben, um ihre Produkte zu markieren. Es erzeugt einen Wiedererkennungswert und macht die Marke damit bekannter.

Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich mich viel mit der Gründungsphase von Unternehmen beschäftige, ich höre in Vorträgen, Seminaren und Live-Videos immer wieder Sätze wie: „Am Anfang brauchst Du kein Logo. Ein einfacher Schriftzug reicht völlig. Das Geld kannst Du Dir sparen. Viel wichtiger ist …“

Ich habe strenggenommen auch nur einen einfachen Schriftzug als Logo und ich sehe keinen Grund, da etwas dran zu ändern. Würdest Du ihn als „Schriftzug“ oder als „Logo“ bezeichnen?

Doch was ist eigentlich ein Logo?

„Ein Logo ist ein grafisches Zeichen (Signet), das ein bestimmtes Subjekt repräsentiert, dies kann ein Unternehmen, eine Organisation, eine Privatperson oder ein Produkt sein.“ vermeldet Wikipedia dazu.

Im Sprachgebrauch gehen die meisten von einer kleinen, vielsagenden Grafik aus. Die Marke Nike ist dafür ein gutes Beispiel. Der Swoosh hat nicht nur Einzug in den fachspezifischen Sprachgebrauch gehalten, jeder weiß auch, für welche Marke er steht.

Fangen wir von vorne an.

Wir Grafiker unterscheiden drei Arten von Logos:

  1. Wortmarke: Mein Logo ist ein klassisches Beispiel für eine Wortmarke. Einfach nur mein Name als Firmenname. Die Schrift kann natürlich eine ganz andere sein. Verspielter oder noch reduzierter.
  2. Bildmarke: Das von mir schon genannte Beispiel ist eine Bildmarke. Eine sehr reduzierte.
  3. Wort- und Bildmarke: Eine Kombination aus den beiden vorher genannten. Um bei den Sportschuhen zu bleiben: Puma ist ein gutes Bespiel. Die springende Wildkatze ist das Bild und der Schriftzug die Wortmarke. Beides ist uns gut genug bekannt, dass wir sie auch unabhängig voneinander erkennen.

Wenn Du Dich oder Dein Unternehmen als Marke etablieren willst, ist es unerlässlich einen Wiedererkennungswert zu haben. Dazu gehört ein gleichbleibendes Farbschema, immer dieselbe Schrift und besagtes Logo.

In dem Moment, in dem Du einen Schriftzug als wiederkehrendes Element verwendest, wird er zu Deinem Logo. Er wird zu dem Signet, an dem man Dich erkennt. Völlig egal, ob er von Dir oder einem Designenden erstellt ist.

Wenn Du mit Deinem Unternehmen gerade startest, empfiehlt sich eine Wortmarke oder eine Wort-/Bildmarke. Auch Nike hat übrigens mit der Kombination aus beidem angefangen. Nur mit dem Swoosh hätte niemand gewusst, welche Firma dahinter steht und wonach er im Schuhladen fragen muss.

Was Du aber von Anfang an machen kannst ist, das Bildelement einzeln nutzen. Als kleines gestalterisches und wieder auftauchendes Element. Du solltest aber nicht übertreiben und immer auch das ganze Logo wenigstens einmal in Deinem Werbemittel verwenden. Nur so vollzieht sich im Kopf des Betrachters die Verbindung, die Du haben willst.

Brauchst Du ein Logo?

Stelle Dir mal folgende Fragen:

  • Stehst Du hinter Deiner Idee?
  • Willst Du davon leben?
  • Soll Deine Marke die Welt verändern?

Ja? Dann brauchst Du eindeutig ein Logo.

Also doch viel Geld ausgeben?

Jein. Wie bei so vielen Dingen in der Selbstständigkeit, ist auch das eine Frage der Zielgruppe, ihrer Einstellungen und Erwartungen.

  • Willst Du als Unternehmensberaterin große Kunden zu teuren Investitionen beraten?

Klares JA!

  • Willst Du Deine selbstgekochte Marmelade im Lädchen um die Ecke verkaufen?

Klares NEIN!

  • Willst Du, dass Dein Unternehmen ernstgenommen und als Marke wahrgenommen wird?

Klares JA!

Was macht ein Logo aus?

Egal für welche Art Logo Du Dich entscheidest, ein paar Dinge solltest Du immer beachten.

  1. Reduzierung: Klare Farben und Flächen. Auch wenn Du denkst, es ist hübscher – lass alle Verläufe, Schatten und sonstige Spielereien weg. Die machen das Logo schlechter reproduzierbar. Im Druck brechen eventuell Teile weg. Verläufe sehen schnell unsauber aus und je nach Druckverfahren enden Schatten abrupt.
  2. Einzigartigkeit: Ist doch eigentlich klar. Wirklich? Es gibt unzählige Plattformen, auf denen man sich für wenig Geld ein Logo kaufen kann. Immer individuell, qualitativ hochwertig … was sie nicht alles versprechen.
    Naja, sie sind insofern individuell, als das der Firmenname angepasst wird. Nehmen wir an, Du verkaufst Schmuck und wählst eine Krone als Bildmarke. Dann stehen Deine Chancen gut, dass nebenan ein Hundefutterladen mit demselben Motiv aufmacht. Ein riesiges Problem sind auch immer die Rechte. In der Regel steht bei den Plattformen was von „Umfangreichen Rechten“.
    Ein Bearbeitungsrecht ist nie enthalten (bei den meisten Grafikern allerdings in der Regel auch nicht) und auch die Nutzungsrechte sind meist eingeschränkt. Gleiches gilt für Stockfotos und -Grafiken. Hier ist häufig in den Nutzungsbedingungen sogar die Nutzung in Logos explizit ausgeschlossen.
  3. Schriftmischung: Es gibt unendlich viele Schriften und von den meisten auch noch eine ganze Reihe unterschiedlicher Schnitte. Such Dir eine, maximal zwei aus. Es gibt Schriften, die sind ein absolutes No-Go. Comic Sans, Uncle Sam und Brush Script zum Beispiel. Es gibt so viele schöne, gut gemachte Schriften, lass die Finger von den dreien. Warum, erkläre ich ein anderes Mal.
    Wenn Du die Schrift auch für alle anderen Werbemittel verwenden willst (sei es nur als Schmuckschrift) – und das würde ich Dir unbedingt empfehlen – achte darauf, dass sie alle nötigen Zeichen enthält. Gerade den frei verfügbaren Schriften (Achtung: Nutzungsrechte beachten) fehlen meist die Umlaute. Noch spannender wird es mit den osteuropäischen Sonderzeichen, die ebenfalls immer wichtiger werden.
  4. Faxbarkeit: „Kein Mensch nutzt mehr ein Fax!“ Sehe ich nicht so. Machen mehr, als Du denkst. Stempel werden eher weniger gebraucht.
    Wenn Dein Logo nach dem Faxen noch erkennbar ist, ist es gut. Denn es funktioniert in Schwarz-Weiß und es gehen keine wichtigen Details verloren. Die Linien sind dick genug, das sie schneidbar sind (Stempel) und auch bei der niedrigen Auflösung des Faxgerätes nicht verloren gehen.

    Treppen, Stufen und Artefakte

  5. Datenformate: Du hast ein Online-Business, da reicht ein JPG? An dieser Stelle kann ich jetzt sofort einen mehrstündigen Vortrag halten. Mach ich vielleicht ein anderes Mal. Kurz: Du brauchst eine .ai oder .svg-Datei.
    Das sind die gängigsten Vektordatenformate. Diese Dateien haben den Vorteil, dass Du sie fast beliebig vergrößern und verkleinern kannst, (da sind dann wieder die Linien und Schriften in Gefahr) ohne dass sie Treppen, Stufen und Artefakte bekommen. Du kannst damit alle anderen Dateien erzeugen. Dein transparentes PNG für Dein nächstes Video ebenso wie den Folienschnitt für Dein Auto.

Du verstehst nur noch Bahnhof?

Jetzt nicht verzweifeln. Auch für Dein Unternehmen gibt es ein Logo. Da bin ich mir ziemlich sicher. Und wenn Du Dein Logo selbst zusammengebaut hast, mit den Dir gerade zur Verfügung stehenden Mitteln, lass einen Profi draufgucken und Dir die Dateien in die benötigten Formate und Farbräume umwandeln. Es kostet ein bisschen Zeit, keine Frage, aber ich helfe Dir gerne (wichtig ist, dass Du es wirklich selbst gemacht hast oder die entsprechenden Rechte hast). Design-Plattformen und auch die meisten Designenden räumen Dir in der Regel nur ein Nutzungsrecht, aber kein Bearbeitungsrecht ein. Selbst kleinste Änderungen können dann eine Urheberrechtsverletzung darstellen.

Sprich mich gerne an 🙂

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