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Sonderfarben – HKS und RAL

Farben spielen im Druck und auf dem Monitor eine große Rolle. Sie haben immer eine Wirkung auf uns. Ob wir wollen oder nicht, beeinflussen sie, wie wir uns fühlen und wie wir uns verhalten.

Seit es die Möglichkeit gibt, Farben darzustellen, gibt es die Idee, sie überall gleich wirken zu lassen. Beim Farbmanagement geht es genau darum: Farben auf dem Monitor, im Druck und auf Textilien gleich wirken zu lassen. Es geht nicht darum, dass sie auf gleiche Weise entstehen sollen. Das ist ein sehr komplexes und umfangreiches Thema.
Ein Faktor, der immer reinspielt ist, dass Farben unterschiedlich entstehen. Auf dem Monitor stehen nur die drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau (RGB) zur Verfügung und im Druck haben wir als Basisfarben Cyan, Yellow, Magenta und Key (CMYK). Wenn Du mehr dazu wissen möchtest, schau mal hier: (https://hilkebarenthien.de/rgb-vs-cmyk)
Theoretisch lassen sich im Druck etwa 4 Milliarden Farben darstellen, also wesentlich mehr als die etwa 16,8 Millionen, die am Monitor möglich sind. Praktisch ist der Farbraum im Druck wesentlich kleiner, einfach weil sich viele Farben technisch (noch) nicht realisieren lassen.

Papier ist halt nicht Papier

Wenn Du an Druck denkst, denkst Du vermutlich als erstes an Papier und dann „Kann ja nicht so schwer sein. Papier ist halt Papier.“
Nein, Papier ist nicht gleich Papier. Es gibt unendlich viele Papiere, die wiederum ganz viele unterschiedliche Eigenschaften haben. Das fängt mit dem Gewicht an, geht über die eigene Farbe, die Oberflächenbeschaffenheit bis zur Sauffähigkeit. Zeitungspapier sind besonders dünn und vertragen keinen hohen Farbauftrag. Bilderdruckpapiere haben eine besonders feine Oberflächenstruktur, damit die Farben besonders leuchten und Naturpapiere sind möglichst unbehandelt und deswegen echte Saufziegen. Um im Druck Farben materialunabhängig gleich wirken zu lassen, gibt es verschiedene Ideen. Eine davon sind die Pantone-Farben (https://hilkebarenthien.de/pantone), zwei andere sind HKS und RAL. Die beiden letzteren möchte ich Dir hier vorstellen.

HKS

Die drei Buchstaben stehen für den Verband dreier Druck- und Künstlerfarbenhersteller Hostmann-Steinberg Druckfarben, Kast + Ehinger Druckfarben und H. Schmincke & Co. und deren gemeinsames Warenzeichen HKS.
Die HKS-Farbfächer beinhalten 88 Basisfarben und insgesamt 3520 Volltonfarben jeweils für verschiedene Papier-Gruppen. Sie werden vorgemischt zur Verfügung gestellt oder können anhand von Farbtabellen vom Drucker selbst zusammen gemischt werden. Die Idee dabei ist, auf den unterschiedlichen Materialien die objektiv gleiche Farbwirkung zu erzielen. Wichtig ist es, den richtigen Fächer für das gewählte Material anzuwenden und bei der Gestaltung die Farbe richtig anzugeben. HKS 17 K ist dabei zum Bespiel die richtige Farbangabe für ein bestimmtes Dunkelrot auf Kunstdruckpapier, währen die „gleiche“ Farbe in den Daten für eine Zeitungsanzeige HKS 17 Z heißen würde.

Wenn Du HKS-Farben umrechnen willst, vertraue am besten auf professionelle Bildbearbeitungs- und Grafiksoftware. Diese haben in der Regel die richtige Umrechnung in ihren Farbtabellen hinterlegt. Es gibt eine Reihe von Websites, die diesen Service auch anbieten. Davon ist allerdings abzuraten. Einfach, weil Du nicht weißt, ob sie vom richtigen Material ausgehen und wonach sie rechnen.

RAL

Die gleiche Wirkung von Farben betrifft, wie gesagt, nicht nur den Monitor und das Papier, sondern auch andere Bereiche. Zum einen wird nicht nur auf Papier gedruckt, sondern auch auf Stoff, Porzellan, Metall, Kunststoff, Glas u.a. Außerdem wird nicht nur gedruckt, sondern auch direkt eingefärbt.
Erstmals wurde die RAL-Farbtabelle 1927 vom Reichs-Ausschuß für Lieferbedingungen erstellt. Damals waren es 213 Farbtöne für wasserlösliche Lacke.

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Farbsystemen und -katalogen, die von der RAL gGmbH erstellt werden. Sie umfassen jeweils eine ganze Palette von normierten Farben, die jeweils eine eindeutige Nummer haben. Auf diese Weise lassen sich weltweit Farben exakt kommunizieren, ohne Farbmuster weiterzugeben.

Damit eine Farbe in die Kataloge aufgenommen wird, muss sie zeitlos und von öffentlichem Interesse sein.

Die Deutschen und ihre Normen 😉 In den Verordnungen zu Straßenschildern ist zum Beispiel genau festgelegt, welche RAL-Farbe welches Schild hat. Damit sind die Farben von öffentlichem Interesse und werden in die Fächer aufgenommen. Außerdem müssen sie umweltfreundlich und witterungsbeständig herzustellen sein. Inzwischen werden allerdings häufiger Farben von großen Unternehmen hinzugefügt. Die Farben der Telekom finden sich so zum Beispiel auch in den Tabellen.

Die RAL-Farben werden für Dich interessant, wenn Du Dir ein Türschild erstellen willst und richtig spannend werden sie, wenn Du Produkte produzieren lässt.
Beide Systeme kommen aus Deutschland und sind weltweit bekannt. Das RAL-System noch mehr als HKS, weil es auch für Lacke und Einfärbungen verwendet wird.

Es gibt noch viel, viel mehr zu Farben zu erzählen. Es ist schon eine Wissenschaft für sich. Wenn Du Fragen hast, schicke mir gerne eine kurze Mail.

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