Das Corporate Design – Der Kleiderschrank Deines Unternehmens

Corporate Design – Der Kleiderschrank Deines Unternehmens

Inhalt:

Einleitung

Wenn Du Dich ein bisschen mit Online-Marketing auseinandersetzt, wirst Du immer mal wieder auf widersprüchliche Aussagen zudem Thema Corporate Design stoßen. Die einen sagen, spar Dir das Geld am Anfangund mache es später richtig. Die anderen sagen, wenn Du das Geld nicht investierst, meinst Du es nicht ernst, bist nicht von Deiner Idee überzeugt und kannst es auch direkt lassen.

Niemand macht sich selbstständig, weil er gerade seine lustigen fünf Minuten hat. Davon gehe ich aus. Die einen – wie ich übrigens – machen es, weil es so passiert. Viele gründen aus der Not heraus. Die allermeisten planen, überlegen und lernen viele Jahre, bis sie den Schritt wagen. Uns allen ist gemeinsam, dass wir mit unserem Unternehmen unseren Lebensunterhalt verdienen und uns selbst verwirklichen wollen.

Am Anfang (und das hört übrigens nie ganz auf) gibt es tausende kleine und große Dinge, die uns verunsichern.

  • Wird gebraucht, was ich verkaufe?
  • Wer soll das überhaupt kaufen?
  • Bin ich zu teuer? Bin ich zu günstig?
  • Wie werde ich bekannt?
  • Oje, die sind alle soviel weiter und soviel besser als ich.
  • Ich kann doch gar nichts.
  • Hilfe, was habe ich getan? Ich werde unter einer Brücke im Schlafsack enden. Wenn ich überhaupt noch Geld für einen Schlafsack haben werde. Wah, ich werde nackt daliegen und im Winter erfrieren.

Na, kommt Dir das bekannt vor? Falls es Dich tröstet, solche Gedanken habe ich auch. Immer mal wieder. Auch nach inzwischen mehr als 12 Jahren.

All diese Aussagen lassen sich auf diese Punkte zurückführen: Unsicherheit und zu wenig Selbstwertgefühl.

Und was hast Du drunter?

Ich weiß wirklich nicht mehr, wer es war: Als ich mich gerade selbstständig gemacht habe, habe ich ein Interview mit einem Stilberater im Radio gehört. Seine Aussage war:

„Völlig egal, was man an hat. Wenn die Unterwäsche nicht sitzt, wirkt man immer unsicher. Einfach, weil man sich unwohl fühlt. Unwichtig, ob man darüber einen Kartoffelsack oder ein Designerkleid trägt.“

Worauf ich hinaus will? Wie soll deine Firma sich wohlfühlen und selbstsicher auftreten, wenn ihre Unterwäsche nicht sitzt? Wie willst Du Dich mit Deiner Firma wohlfühlen?

 

Besorge Dir passende Unterwäsche.

Du gründest gerade erst – was tun?

Ich verstehe, dass Du Dir drei Mal überlegst, ob Du das Geld für ein Corporate Design investieren willst. Schließlich wirst Du eine ganze Weile brauchen, ehe es wieder drin ist. Stimmt. Zwischen drei und fünf Jahren rechnet man – manche sind schneller, andere langsamer – bevor sich ein Unternehmen rentiert.

Mein Vorschlag an Dich:

Ich helfe Dir, es selbst zu machen. Es kostet unendlich viel Zeit, alles Wissen in Dich aufzusaugen und die Routine zuentwickeln, es auch anzuwenden. Vertraue mir, Du wirst noch genug lernen (müssen) in Deiner Selbständigkeit.

Ich liefere Dir das Wissen, das Du wirklich brauchst, um Deine Werbung selbst umzusetzen. Und ich nehme Dir ab, was Dir zu viel wird. Ich bin Dein Schulungscenter, Deine Kreativ-Abteilung und Deine Druckvorstufe.

Wie sieht das aus?

Für die übliche Geschäftskorrespondenz lassen sich Vorlagen erstellen. Hier werden die wichtigsten Formatierungen als Formatvorlagen angelegt und sofern Du Mitarbeiter hast, alle darauf geschult, nur diese zu verwenden. Das einheitliche Gesamtbild vermittelt Seriosität, Vertrauenswürdigkeit und das Versprechen von Kontinalität an den Kunden.

… verkleide Dein Unternehmen nicht.

Das kannst Du selbst tun:

  • Bei der Gestaltung eines neuen Titelmotives für Facebook schau Dir die alten an. Passt das Neue in die Serie? Dann nimm es. Passt es nicht, lass es.
  • Sind die wichtigen Elemente eines Flyers immer an derselben Stelle? Gleich groß und gleich zusammengestellt? Super!
  • Haben Briefbogen und Briefumschlag das gleiche Corporate Design? Dann steht dem Abschicken nichts mehr im Wege.
  • Würde ich mit der Visitenkarte in der Hand das Firmenschild auf den ersten Blick erkennen und zuordnen? Sehr gut.

Und verscheuche den Gedanken: „Das ist ja langweilig. Das sieht ja alles gleichaus.“ Es ist nicht langweilig, sondern konsequent.

Was ist ein Corporate Design?

Übertragen wir das ganze auf uns als Mensch, als Person und Persönlichkeit, ist im Corporate Design der Kleidungsstil festgelegt. Damit drücken wir uns aus. Laufen wir immer in Anzug und Krawatte rum, erweckt es bei unserem Gegenüber einen anderen Eindruck, als wenn wir in Jogginghose und ärmellosem Unterhemd auftauchen. Und wenn wir mal das eine undmal das andere tragen, kann es uns passieren, dass wir außerhalb unserer normalen Begegnungsräume von Bekannten nicht erkannt werden. Wir wirken dannverkleidet.

Schau mal in Deinen Kleiderschrank. Er ist quasi Dein ganz persönliches Corporate Design. Jetzt wirst Du behaupten, privat läufst Du ganz anders herum als geschäftlich. Wirklich? Die Sachen werden einen etwas anderen Stil haben, aber die Farbwelten sind ziemlich sicher ähnlich. Mit ein paar Ausreißern, wie einem neonfarbenen Laufshirt vielleicht.

Und so ist es mit Deinem Unternehmen auch. Mit dem kleinen Unterschied, dass Du auf der Straße einem Kunden sagen kannst:

Du kannst reden. Dein Unternehmen nicht.

„Hey, hallo, ich bin es. Ich renoviere gerade, deswegen lauf ich in kaputten Jeans und einem alten Shirt von meinem Mann rum und habe Farbe in den Haaren.“

Das kann Deine Firma nicht. Wenn sie sich ins Renovierungs-Outfit wirft, wird sie nicht erkannt. Deswegen ist es so wichtig, sich einmal die Arbeit zu machen und einen guten, einheitlichen Kleiderschrankzu bestücken. Und wenn man nach zehn Jahren merkt, die Klamotten passen nichtmehr, einige Stücke auszuwechseln oder anzupassen. Das nennt man dann Relauncheiner Marke.

Stimmt, das kostet Geld und auch nicht gerade wenig.Aber sind wir mal ehrlich, was hat der Inhalt Deines Kleiderschranks gekostet? Dochwie viel mehr kostet es, wenn deine Kunden an Dir vorbei gehen, weil sie Dich nicht erkennen?

Ich fasse mal zusammen:

Ein Corporate Design ist eine Richtlinie, in derfestgelegt ist, wie ein Unternehmen nach außen und innen auftritt. Dazu gehören vorrangig die Kommunikationsmittel: angefangen beim Logo über Briefpapier bis hin zu Verpackungen und dem Facebook-Titelbild. Ziel ist es, ein einheitliches, authentisches und positives Bild des Unternehmens zu zeigen.

Darüber hinaus hat es auch einen praktischen Nutzen. Im Corporate Design festgelegte Formate und Größen erleichtern es beispielsweise fremden Dienstleistern, „mal eben“ eine Anzeige zu setzen.

Diese wissen nach der Lektüre, welche Schriften sie inwelchen Größen, zu welchem Zweck, verwenden dürfen. In welchen Farben und Größen welches Logo auf welchem Hintergrund zu finden ist. Und wie die Farbenfür die unterschiedlichen Farbräume umzurechnen sind.

Und was ist eine Corporate Identity?

Die beiden Begriffe Corporate Design und Corporate Identity werden gerne durcheinander geworfen. Übrigens auch von Werbern 😉

Die Corporate Identity ist das große Ganze und das Corporate Design nur ein kleiner Teil davon. Wenn wir es wieder auf Dich übertragen, beinhaltet sie das Haus in dem Du wohnst, Deine Freunde, Familie, Deine Sprache und Art sie zu verwenden, Deine Erinnerungen und vieles mehr.

Wieder zurück zu Deiner Firma wären die Inhalte die Firmenphilosophie, der Standort, die Mitarbeiter – der Umgang mit ihnen, ihr Auftritt nach innen und außen, ihre Kleidung –, die Partnerunternehmen und die Verhältnisse zu ihnen, die Geschichte des Unternehmens …

Wie sieht Dein Corporate Design aus?

Wie sieht ein Corporate Design aus?

Es ist ein Prozess, der je nach Firmengröße schnell geht oder auch mal Jahre dauert. Egal, wie kompliziert die Entscheidungsabläufe sind am Ende gibt es eine Anleitung, wie das Unternehmen zu kleiden ist. Diese Anleitung kann es gedruckt geben oder nur als Datei, sie kann ein paar Seiten umfassen oder ganze Regale füllen, völlig unterschiedlich. Unabhängig von derGröße des Unternehmens gibt das Corporate Design vor, wie das Unternehmen in welchen Medien wann auftritt.

Die wichtigsten Inhalte:

Das Logo

Damit beginnt in der Regel der eigentliche Inhalteines Corporate Designs. Der eigentliche Inhalt deswegen, weil häufig davor noch mindestens eine Erläuterung und ein Inhaltsverzeichnis zu finden sind. Es wird das Logo gezeigt, seine Verwendung und sein Zweck.

Die Farben

Im Allgemeinen werden zwei Grundfarben mit verschiedenen Abstufungen und für unterschiedliche Farbräume festgelegt. Ineinigen Fällen gibt es ergänzende Komplementärfarben.

Die Schriften

Meist gibt es eine Schrift für Fließtexte und eine Auszeichnungsschrift. Sie werden vorgestellt und definiert. Aber, weil man es garnicht oft genug sagen kann: Das Nutzungsrecht von Schriften ist ähnlich kompliziert, wenn nicht sogar noch komplizierter als das von Bildern.

Bis zu dieser Seite ist das Corporate Design noch sehr ansehnlich und grafisch schön.

Jetzt kommt die Kür. Der Teil, den Du tatsächlich nicht zwangsweise brauchst und schon gar nicht alles sofort und auf einmal.Vielleicht brauchst Du ihn auch nie. Mit den Basics kommst Du schon ganz schön weit. Und Du kannst Dir die folgenden Dinge auch erstellen lassen, ohne dass ihre Details schriftlich und ganz genau im Corporate Design festgehalten werden.

Weitere Inhalte

Visitenkarten, Briefpapier, Stempel, Gesprächsnotizen, Rechnungsbogen … alles folgt jetzt mit genauen Angaben über Positionen, Inhalte, Schriftgrößen und -schnitte, Farben und zu verwendende Elemente. In der Theorie so, dass jemand, der sich halbwegs mit Grafik-Programmen auskennt, am anderen Ende der Welt diese Werbemittel exakt nachbauen kann.

An dieser Stelle gehe ich jetzt mal nicht vom einem börsendotierten internationalen Unternehmen mit keine Ahnung wie vielen Niederlassungen in der ganzen Welt aus, sondern von einem Einzelkämpfer oder einem kleinen, maximal mittelständischen Betrieb.

– Printmedien –

Grundausstattung

  • Visitenkarten
  • Briefpapier (evtl. 2. Seite)
  • Briefumschläge (evtl. Fensterumschläge passend zum Briefpapier, die nicht extra bedruckt werden)
  • Stempel (so bekloppt es klingt, gerade für Behörden hat er oft Beweiskraft)
  • Türschild/Schaufensterbeklebung

Abhängig vom Unternehmenszweck:

  • Aufkleber/Etiketten
  • Postkarten
  • Geschenkpapier
  • Ordner/Präsentationsmappen
  • Taschen
  • Kurzmitteilungen oder Gesprächsnotizen
  • Blöcke
  • Weihnachtskarten
  • Kugelschreiber
  • Anzeigenvorlagen
  • Verpackungen
  •  Messeausstattung

– Non-Print-Medien –

Grundausstattung:

  • Website und/oder Blog

Abhängig von den Kanälen, in denen sich die Zielgruppe rumtreibt – angepasstes Logo und unterschiedliche Titel-, Beitrags- und Anzeigenbilder:

  • Facebook
  • Twitter
  • Xing
  • Instagram
  • Google+
  • Pinterest

Grundsätzlich sind den Werbemitteln keine Grenzengesetzt. Man kann alles anpassen und alles definieren. Allerdings solltest DuDich wirklich auf die Dinge beschränken, die Du regelmäßig neu brauchst. Eine grundsätzliche Definition für Social Media kann aber nicht schaden. Dort muss die Grafik halt immer mal wieder angepasst werden.

Wozu das Ganze?

Vielleicht denkst Du: Ich habe doch Briefbögen und Visitenkarten, und zur Not scanne ich sie ein und schicke sie einem anderen Grafiker zum Nachbauen. Nun zum ersten: Grundsätzlich hat der erstellende Grafiker das Urheberrecht an den Werbemitteln. Sie einzuscannen und von jemand anderem nachbauen zu lassen, kann also unangenehme Folgen haben. Wenn sie oder er Dir die entsprechenden Rechte eingeräumt hat, fühl Dich frei. Allerdings, egal wie gut Deine neue Grafik ist, es wird eher zufällig exakt so aussehen wiedas Original. Schau mal bei einem der vielen Schriftenanbieter nach Helvetica und Du erkennst das Problem. Es gibt verschiedene Helveticas und noch viel mehr Schnitte. Bei jedem Hersteller sieht sie etwas anders aus.

Die Farben werden durchs Einscannen verfälscht (wer hat schon einen kalibrierten Scanner?). Dann in der Datei eventuell noch komprimiert und schließlich von einem Grafikprogramm ausgemessen. Du siehst, es ist hilfreich hier eine genaue Anleitung zu haben.

Wer sagt, er verwendet diese Dinge nur digital, braucht trotzdem ab und zu diese Bemaßungen. Wir mussten es zum Beispiel der Firma zur Verfügung stellen, die unser Buchhaltungsprogramm individuell angepasst hat. Ein Mediengestalter oder Grafik-Designer wird die verschiedenen Produkte im Handumdrehen nach Vorgabe des Gestaltungshandbuches erstellen. Doch wie machst Du das im Unternehmen ohne Fachkompetenz?

Es gibt bestimmt Anlässe dafür. Doch …

Und was ziehst Du jetzt an?

Stell Dir noch einmal vor, Du stehst vor Deinem Kleiderschrank und fragst Dich: „Was ziehe ich heute an? Gibt es einen besonderen Anlass?“ Genau das fragt man sich auch in einem Unternehmen: Wie kleide ich meine Produkte oder Geschäftsausstattung ein?

  • Welche Produkte müssen mit meinem Corporate Design ausgestattet werden?
  • Was verwende ich im Unternehmen, das angepasst werden muss?
  • Brauche ich es wirklich überall?

Beispiel

Wenn ich mir eine rote und eine gestreifte Socke ausdem Kleiderschrank hole, wirkt das auf den Betrachter unvollständig, chaotisch und nicht sehr ansprechend. Trage ich aber ein stimmiges Outfit, so ist der erste Eindruck geglückt und auch mein Wiedererkennungswert steigt.

Für eine Stilberatung und Hilfe zur Selbsthilfe schicke mir gerne eine Mail.
Deine Hilke

Teile diesen Beitrag!
No Comments
Post a Comment